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Mini-Magen trotzt Maxi-Hunger

Quelle: Märkische Allgemeine, Der Westhavelländer, 07.11.2014

MEDIZIN: Mini-Magen trotzt Maxi-Hunger

Wenn nichts anderes hilft, wird der Magen mit einer Operation verkleinert. Chefarzt Stefan Lenz (Mitte) und einige Mitglieder seines Teams bei der Arbeit. Quelle: Havelland-Kliniken

Die Havelland-Kliniken bieten jetzt Magenverkleinerungen an
Die Havelland-Kliniken bereiten sich darauf vor, im nächsten Jahr Magenverkleinerungen in Rathenow anzubieten. Am Mittwoch hat es dazu im Krankenhaus eine Veranstaltung für Hausärzte der Region gegeben. Am 12. November, gibt es ab 18 Uhr im Konferenzraum II der Klinik eine Informationsveranstaltung für alle interessierten möglichen künftigen Patienten.

Rathenow. Ob aus Spaß oder nicht: Viele Westhavelländer mit Gewichtsproblemen haben schon mal laut darüber nachgedacht, sich den Magen verkleinern zu lassen, um abzunehmen. Ernsthaften Fällen soll nun geholfen werden. Die Havelland-Kliniken bereiten sich darauf vor, im nächsten Jahr dieses Tätigkeitsgebiet in Rathenow anzubieten. Am Mittwoch hat es dazu im Krankenhaus eine Veranstaltung für Hausärzte der Region gegeben. Am kommenden Mittwoch, dem 12. November, gibt es ab 18 Uhr im Konferenzraum II der Klinik eine Informationsveranstaltung für alle interessierten möglichen künftigen Patienten. Die Havelland-Kliniken beginnen extra mit einer neuen Veranstaltungsreihe „Der Chefarzt informiert“, die zu wechselnden Themen vierteljährlich stattfinden soll. Beim Auftakt spricht Stefan Lenz, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (viszeral = den Bauch betreffend), der auch Leiter des Adipositas-Zentrums der Havelland-Kliniken ist. Adipositas bedeutet krankhafte Fettleibigkeit. Ihm zur Seite steht an diesem Abend Oberärztin Kerstin Eckert, die zunächst über Ursachen, Vermeidung und Behandlung von Übergewicht spricht. Erst danach referiert der Chirurg Stefan Lenz über die Frage „Wenn nichts mehr hilft?“ und stellt die operative Behandlung des krankhaften Übergewichts vor.Wie er im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt hat, gestatten es die Krankenkassen in Deutschland nicht, ohne längere Vorbereitungsphase gleich eine Operation durchzuführen. In einem Kurs mit genau definiertem Inhalt muss zunächst versucht werden, das Übergewicht ohne OP zu reduzieren. Ein Kurs dauert ein halbes Jahr und die Havelland-Kliniken bieten den ersten ab Januar an. Erst wenn der Nachweis erbracht ist, dass der Kurs erfolglos war, darf geschnitten werden.

Es sind derzeit zwei Arten, auf die in den Havelland-Kliniken die Mägen verkleinert werden. Da ist zunächst der „Schlauchmagen“, sagt Stefan Lenz. Hierbei entferne der Chirurg einen großen Teil des Organs. Ein Band um den Magen, wie es interessierte Laien vielleicht vermuten, werde eher selten praktiziert. Zusätzlich zum Schlauchmagen kann auch noch ein Bypass gelegt werden. Das ist eine Umleitung des Dünndarms, wodurch die Verdauung zusätzlich vermindert wird.
Schon seit längerer Zeit werden im Nauener Haus der Havelland-Kliniken OPs zur Magenverkleinerung ausgeführt. Es gibt derzeit dort rund 50 Eingriffe pro Jahr. Das Ziel von 100 Operationen in beiden Häusern beschreibt Chefarzt Stefan Lenz als „realistische Größe“. In Rathenow können die ersten OPs aber frühestens im nächsten Sommer beginnen, weil hier dann erst die vorgeschriebenen Halbjahreskurse absolviert sein können. Die bevorzugten Methoden dafür sind Schlauchmagen mit oder ohne Dünndarm-Bypass. Chefarzt Stefan Lenz hat zudem darauf hingewiesen, dass es das erklärte Ziel der Havelland-Kliniken sei, für jeden Patienten die individuell beste Lösung zu finden.

von Bernd Geske

Info-Abend zum Thema „Übergewicht“

Am Mittwoch, dem 12. November, beginnt um 18 Uhr im Konferenzraum II der Havelland-Klinik in Rathenow die 1. Veranstaltung der neuen Reihe „Der Chefarzt informiert“.
Über das Thema „Übergewicht“ sprechen Chefarzt Stefan Lenz und Oberärztin Kerstin Eckert. Nach den Referaten haben alle Gäste die Möglichkeit, Fragen zu stellen.